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Dysplasie-Behandlung
| Therapie bei Hautveränderung des Muttermundes (Dysplasien)
Der Muttermund ist der Teil der Gebärmutter, der die Scheide nach oben hin abschließt. Er ist überzogen von einer glatten Haut. In der Zone, wo diese glatte Haut an die Schleimhaut des Gebärmutterhalskanales angrenzt, existiert eine Gewebszone, die im Laufe des Lebens ständigen Umwandlungsprozessen unterworfen ist (sog. „Transformationszone“). Hier können Krankheitserreger Veränderungen der Hautstruktur hervorrufen. Diese Veränderungen nennt man in der Fachsprache „Dys-Plasien“. Zu Deutsch heißt dies nichts anderes als „Fehl-Schichtungen“. Diese Fehlschichtungen können leichter, mittelschwerer oder schwerer Natur sein. Im Endstadium können schwere Dysplasien in Krebsvorstufen und schließlich in Krebs übergehen, der dann die Unterlage infiltriert. Erst letzteres ist sehr gefährlich und macht umfangreiche operative Maßnahmen bzw. Strahlentherapie erforderlich.
Muttermunderkrankungen werden in der Regel im Rahmen der sog. „Krebsfrüherkennungsuntersuchung“ diagnostiziert. Es handelt sich bei diesen Erkrankungen deshalb aber noch lange nicht um „Krebs“. Vielmehr erkennen unsere Abstrich-Tests heute schon in sehr frühen Stadien Hautveränderungen viele Jahre bevor hieraus eine echte Krebsvorstufe entsteht.
Wir klassifizieren unsere Abstrichergebnisse in fünf verschiedenen Stufen, die wir mit römischen Ziffern belegen. I und II bedeuten Normalbefunde. IIID, III und IV werden zunächst mit einem Kolopskop (s. u.) genau untersucht und ggf. feingeweblich durch eine Entnahme von Gewebe (Biopsie) abgeklärt. V würde Gebärmutterhalskrebs bedeuten.
Welcher Schweregrad vorliegt, ist in der Regel gut abschätzbar und zwar aufgrund des Abstriches und der sog. „Kolposkopie“. Bei letzterem wird der Muttermund unter Lupenvergrößerung mit einer starken Lichtquelle untersucht. Das Gewebe wird zunächst in verdünnter Essiglösung getränkt, wodurch sich die Krankheitsherde weiß verfärben. Der Arzt kann aus verschiedenen Phänomenen Rückschlüsse auf den Schweregrad einer Veränderung ziehen und die Krankheitsherde i. d. R. genau lokalisieren. Anschließend erfolgt ein weiterer Test, in dem das Gewebe mit Jod betupft wird. Gesundes Gewebe nimmt das Jod sofort auf und färbt sich dunkelbraun. Krankes Gewebe bleibt hell. Sie können in der Dysplasie-Sprechstunde die genannten Untersuchungen über eine Videokamera mitverfolgen.
Auslöser typischer Gewebeveränderungen (Dysplasien) sind Krankheitserreger, nämlich Viren. Wir kennen inzwischen mehr als 100 solcher Viren. Man fasst alle diese Viren unter dem Begriff „Human-Papilloma-Viren“ (HPV) zusammen. Sie sind unterschiedlich gefährlich und werden deswegen in Viren mit hohem Risiko („High-Risk-Viren“) und solche mit niedrigem Risiko (sog. „Low-Risk-Viren“) eingeteilt. Die Viren werden meist durch Geschlechtsverkehr übertragen. Immer haben beide Partner die gleichen Viren. Wer mit HPV-Viren infiziert ist, entwickelt nur in einem geringen Prozentsatz wirklich Krankheitssymptome. Man schätzt, dass von 100 Infizierten nur etwa 5 -7 Symptome entwickeln. Bei diesen Symptomen kann es sich um Erkrankungen des Gebärmutterhalses oder der Haut von Scheide, äußerem Genitale oder After handeln.
Die Infektionen können spontan ausheilen, wenn man eine Immunität gegen die betreffenden Viren ausgebildet hat. Danach ist natürlich auch keine Rückinfektion durch den Partner mehr möglich (bis dahin haben beide Partner naturgemäß das gleiche Virusspektrum)
Eine medikamentöse Behandlung ist bis heute nicht möglich. Einzige effektive Therapie ist die Operation. Anschließend muss man abwarten, bis das eigene Immunsystem die Viren besiegt hat. Es verhält sich hierbei also ähnlich wie bei anderen Viruserkrankungen, z. B. der Grippe. Deshalb war es logisch, eine Impfung gegen HPV-Viren zu versuchen. Für einige Virustypen ist dies im Jahr 2002 erstmals gelungen. Voraussichtlich werden derartige Impfungen ab dem Jahr 2006 für den breiten Einsatz zur Verfügung stehen.
Für die operative Behandlung der Muttermundveränderungen stehen verschiedene, dem individuellen Befund angepasste Verfahren zur Verfügung. Im Rahmen der Dysplasie-Sprechstunde werden den Patientinnen die für sie optimalen minimalinvasiven Methoden genau erklärt.
Sehr elegant, präzise und schonend ist die Abtragung eines Dysplaie-Areals mit einer modernen Elektroschlinge (Loop Electrosurgical Excision Procedure (LEEP), die bei uns zunehmend die Entnahme von Biopsie und das Verdampfen von Dysplasieherden mittels Laser verdrängt. Der große Vorteil ist die Gewinnung informativerer feingeweblicher Proben bei gleich geringem Trauma.
Konisationen führen wir sehr zurückhaltend durch. Die Entnahme eines großen Gewebekegels ist nur ausnahmsweise sinnvoll bzw. notwendig.
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