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Teil-Entfernung der Gebärmutter Supracervicale Hysterektomie
| Fachausdruck: Supracervicale Hysterektomie.
Bei der teilweisen Entfernung der Gebärmutter Organs bleibt der Gebärmutterhals erhalten, der für die Verankerung der Gebärmutter im Beckenboden verantwortlich und ein Teil der Scheide ist. Entfernt wird nur der in den Bauchraum frei hinein ragende Gebärmutterkörper. Der Gebärmutterhals ist in den Beckenboden an zentraler Position integriert und verankert das Organ dort. In ihm laufen alle für die Festigkeit des Beckenbodens wichtigen Sehnenfasern zusammen. Besonders deutlich wird die Haltefunktion während der Schwangerschaft. Der Gebärmutterhals bildet den Abschluss der Scheide und ist dort als derbes Gebilde von Walnussgröße tastbar. Nach einer totalen Entfernung der Gebärmutter ist an dieser Stelle nur noch eine quer verlaufende Naht vorhanden. Nicht selten ist die Scheide etwas verkürzt und schmerzempfindlich. Während der Gebärmutterkörper sozusagen keulenförmig in die Bauchhöhle ragt, dort keine stabilisierende Funktion für das Becken hat und somit nach seiner Entfernung keinen Defekt hinterlässt, bedeutet die Entfernung des Gebärmutterhalses ein Trauma für den Beckenboden und eine Veränderung der Scheide in Form und Konsistenz. Vor Einführung der Bauchspiegelung war für die Teilentfernung der Gebärmutter ein Leibschnitt erforderlich. Das war unpopulär. In den 90er Jahren kam dann die Bauchspiegelung heraus. Es kristallisierte sich heraus, dass die Teilentfernung der Gebärmutter per Bauspiegelung mit optimaler Patientinnensicherheit durchführbar war. Es entfielen sowohl der Leibschnitt als auch das Trauma für Beckenboden und Vagina! Die entstehenden Wundflächen wurden also drastisch verringert. Nach der Operation bestanden weniger Schmerzen als bei konventioneller OP-Technik. Die Entlassung der Patientinnen erfolgte bei uns in den letzten Jahren zwischen drei und acht Stunden nach Ende der Operation (Im Zusammenhang mit einer konventionellen Gebärmutterentfernung sind Krankenhausbehandlungen von 4 bis 14 Tagen üblich). Entscheidend war weiterhin, dass die Operationsergebnisse besser waren (die Scheide bleibt in Länge, Elastizität und Konsistenz unverändert. Der Beckenboden bleibt von Anfang an voll belastbar).
Ein ständig wiederholtes Gegenargument ist, dass der noch vorhandene Gebärmutterhals an Gebärmutterhalskrebs erkranken könnte. Das stimmt zwar, ist aber dennoch ein ganz schlechtes Argument. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Total-Operation nicht dazu geeignet ist, Gebärmutterhalskrebs effektiv vorzubeugen. In den USA stieg nach Erfindung des Penicillins die Rate an Totalentfernungen der Gebärmutter von 5 % auf 95 % ohne dass sich die Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs veränderte. Es waren einfach nicht die richtigen Patientinnen. Erst der sog. Krebsabstrich brachte uns weiter (sog. PAP-Test). Übrigens ist die Rate an Krebs am Gebärmutterhals nach Teilentfernung nicht höher als die von Scheidenkrebs nach Totaloperation.
Man führt alle Operationen grundsätzlich nur zur Behandlung von Krankheiten durch, die wirklich vorliegen oder zumindest ernsthaft drohen. Einen gesunden Gebärmutterhals muss man nicht vorsorglich entfernen. Träte der sehr seltene Fall eines Gebärmutterhalskrebses wirklich ein, wäre dies durch die Krebsfrüherkennungsuntersuchung (PAP-Test) lange vorher erkennbar. Solche Untersuchungen werden in Deutschland von allen Krankenkassen einmal im Jahr bezahlt.
Eine der wichtigsten Gründe für die Teilentfernung der Gebärmutter sind Myome, wenn sie sehr groß oder sehr zahlreich sind. Interessant ist, dass bei anderen Formen der Myombehandlungen, z. B. bei der Entfernung einzelner Myome nie jemand das Entfernen des Gebärmutterhalses gefordert hat, obwohl sich das Problem da nicht anders stellt. Selbst bei Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses wird nicht die Gebärmutter entfernt, sondern nur eine Kegelausschneidung zur Beseitigung des Herdes empfohlen (Konisation), obwohl hier das Rückfallrisiko konkret gegeben wäre, da meist eine Virusinfektion Auslöser der Veränderung ist und das Virus ja bleibt.
Ein weiteres häufiges Gegenargument ist die längere Operationszeit. Dieses Problem ist weniger eines der Patientin als des OP-Teams. Moderne Narkoseführung macht lange OP-Zeiten unproblematisch. Trotz einer OP-Zeit von 60 Minuten bis mehreren Stunden können unsere Patientinnen noch am gleichen Tag entlassen werden. Die Behandlungszeit ist auf einen Tag begrenzt. Bei konventionellen Gebärmutterentfernungen dauert es mehrere Tage bis zu mehr als einer Woche, bis eine Patientin entlassungsfähig ist, selbst wenn die reine Operationszeit deutlich kürzer war, z. B. 30 bis 60 Minuten. Merke: Operationszeit ist nicht gleich Behandlungszeit! Unsere eigenen OP-Zeiten haben sich bei der Gebärmutterentfernung von 180 auf 60 – 90 Minuten verkürzt (Lernkurve und Standardisierung der OP-Schritte).
Endoskopische Operationen belasten insgesamt den Körper in aller Regel deutlich weniger, was auch seinen Niederschlag in den Laborwerten findet und die rasche Erholung erklärt.
Eindrucksvoll untersucht ist dies für die Gallenblasenentfernung. Das Immunsystem wird messbar geringer strapaziert, wenn diese OP endoskopisch erfolgt.
Die laparoskopische supracervicale Hysterektomie (LSH) ist die einzige Form der Gebärmutterentfernung, die sich auf die Beseitigung der kranken Organanteile beschränkt. Sie ist kombinierbar mit evtl. erforderlichen Maßnahmen an den Eierstöcken oder Eileitern, mit der Beseitigung von Verwachsungen und Endometriosen sowie mit der Korrektur von Beckenbodensenkungen, Organvorfall oder Harninkontinenz. Der Schlüssel zu diesem Ergebnis liegt in der Begrenzung der Wundflächen und dem sicheren Verschluss der kritischen Blutadern, also der Blutstillung.
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Bild 1: Blick in ein gesundes Becken. Man sieht in der Mitte die Gebärmutter, an der rechts und links die schlauchförmigen Eileiter und die weißen Eierstöcke baumenln, wenn die Gebärmutter wie hier mit einer Sonde von der Scheide aus hochgehalten wird. Das Gelbe ist Darmfett. Vor der Gebärmutter liegt die Harnblase.
Bild 2: Die Anhangsorgane werden von der Gebärmutter abgetrennt. Vor dem Durchtrennen werden alle Strukturen verödet, sodass keine Blutungen auftreten.
Bild 3: Mit einem raffinierten schlanken stabförmigen motorgetriebenen "Morcellator" wird die kranke Gebärmutter durch eine 10 mm dünne Sonde aus dem Bauch geholt.
Bild 4: Nach Ende der OP wird "unter Wasser" überprüft, ob wirklich keinerlei Blutung mehr vorhanden ist. Drainageschläuche sind dann entbehrlich.
Bild 5: In Kernspin-Bild siéht man deutlich, dass die Gbeärmutter aus zwei unterschiedlichen Hälften besteht, dem im Becken verankerten Hals und dem frei in die Bauchhöhle ragenden Körper.
Bild 6: Nach einer Teilentfernung der Gebärmutter bleiben im Genitalbereich keinerlei Spuren der OP. Scheide und Muttermund bleiben unversehrt.
Bild 6: Versorgt mit drei simplen Hautpflastern verläßt diese Patientin 4 Stunden nach einer großen Laparoskopie die Praxisklinik.
Die Pflaster werden am am nächsten Tag entfernt. Duschen ist dann bereits ebenso erlaubt wie normale körperliche Belastung. |
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